Timor-Leste ist… TEUER!!!
Bevor wir nach Timor kamen dachten wir ja die Insel könnte das nächste Traumziel für Backpacker werden. Aber aufgrund der Preise hier müssen wir unsere Ansicht wohl revidieren. Dieses Land ist einfach unglaublich teuer und leider stimmt häufig auch das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Während ein Arbeiter am Tag 5$ verdient kostet ein Auto mit 80$ locker das 15fache. Ob mit oder ohne Fahrer verändert den Preis dann nicht mehr wesentlich.
Die Zimmerpreise (mind. 30$) in Timor Leste berechnen sich häufig nach den “theoretisch” vorhandenen Annehmlichkeiten und sind nicht verhandelbar. Dass Klimaanlage, Fernseher oder Warmwasser augenscheinlich schon lange defekt sind, scheint dabei nicht weiter zu stören.
Nichts desto trotz ist Timor Leste ein unglaublich schönes Land mit wahnsinnig netten Menschen. Vielleicht braucht es einfach noch etwas Zeit und Übung im Umgang mit Geld und Touristen, die es bislang de facto noch nicht gibt. Und wenn ein Großteil der internationalen UN-Mitarbeiter das Land 2012 verläßt, dann korrigieren sich die Preise vielleicht auch wieder ein bisschen nach unten.
Eat Local - Build Timor Leste
Auch wenn die meisten Restaurants Nicht-Timoresen gehören, so gibt es es doch: lokales Essen. In der Regel bekommt man einfach das was es am jeweiligen Tag gerade gibt: Fisch oder Fleisch gekrönt mit selbstgemachten Pommes, Reis, Kankung oder Bohnen als Gemüse und danach eine Tasse Timor-Kaffee. Und der ist, da die Bauern sich keine Pestizide leisten können, immer Bio und immer lecker. Was man vom Frühstück, das in der Regel in den horrenden Zimmerpreisen inklusive ist, leider nicht behaupten kann: trockene Brötchen und eine klebrige bunte Masse, die bei uns definitiv nicht als Marmelade durchgehen würde. Also am besten einfach nur den Kaffee trinken und sich schnellstmöglich eine Bäckerei mit leckeren Teilchen suchen…
Timor Kids
Kinder, Kinder, Kinder! Wenn es in diesem armen Land irgendetwas im Überfluss gibt, dann Kinder! Aber bei einer Geburtenrate von 6-7 Kindern pro Frau ist das eigentlich auch nicht weiter verwunderlich… Was dagegen verwundert ist die Tatsache, dass alle darauf abfahren fotografiert zu werden. Sobald eine Kamera zu sehen ist umringen einen Massen an posenden Kindern. Und obwohl es hier kaum Fernseher gibt trumpfen alle mit den gleichen coolen Hip-Hop-Gesten auf. So abgeklärt sie sich allerdings vor der Kamera geben, so aufgeregt sind sie dann, wenn sie ihre Bilder zu Gesicht bekommen. Aufgrund des darauf folgenden kollektiven Freudengekreisches gleichen die Kids dann plötzlich eher dem Publikum einer Teenie-Boyband.
Timor Roads
Auch wenn es nicht so aussieht: das hier sind keine kleinen Seitenstraßen, sondern die wichtigsten Highways Osttimors. Ohne 4WD ist es teilweise nicht möglich den Zielort zu erreichen. Außerdem wichtig: immer so fahren, dass man notfalls eine Vollbremsung hinlegen kann, wenn wieder mal Hunde, Schweine, Hühner oder Ziegen vors Auto rennen oder plötzlich ein Stück der Straße fehlt.
Amen!
Eins haben die Indonesier während ihrer Besatzungszeit auf jeden Fall geschafft: während vor der Besatzung nur ein Bruchteil der Bevölkerung katholisch war, so sind es nun über 90 Prozent. Und vermutlich wird das auch so bleiben - unabhängig von den Missionierungsversuchen brasilianischer Protestanten. Der Sonntagsgottesdienst stellt auf jeden Fall das Highlight der Woche dar, zu dem sich jung und alt in die schicksten Klamotten werfen. Und wenn in der Kirche kein Platz mehr ist, dann betet man eben auf der Wiese davor. Von solch einem Zulauf können deutsche Pfarrer wohl nur träumen!
All this is Timor-Leste
Nachdem wir die letzten Tage mit dem Auto in Timor unterwegs waren, hier nun mal ein paar Bilder. Unser Fazit: WOW! Die Landschaft hier ist echt abgefahren: es gibt einfach alles: Steppen, Reisfelder, einsame Strände, Regenwälder, 3000er-Berge und und und… Manchmal hat man nach einer Stunde Autofahrt das Gefühl in einem anderen Land zu sein. Was allerdings immer gleich bleibt sind die netten Menschen, die Unmengen an Viechern auf der Straße und die Tatsache, dass man so gut wie nie anderen Fahrzeugen begegnet.
Jakarta Traffic
Täglich zwischen 7-10 Uhr und 17-21 Uhr steht Jakarta still - zumindest was den Verkehr angeht. Rien ne vas plus, nichts geht mehr! Vergleicht man die Stadt mit einem Menschen, so erleidet dieser zweimal täglich einen Herzinfarkt und trotzdem findet sich kein Arzt, der bereit ist dem Patienten einen Herzschrittmacher einzupflanzen. Staufreie öffentliche Verkehrsmittel? Fehlanzeige! Selbst die Expressbusse, für die eine eigene Spur auf der Straße reserviert ist, stecken morgens und abends fest, da im täglichen Verkehrswahnsinn auf diese Sonderregelung keine Rücksicht mehr genommen wird. Und Laufen ist aufgrund fehlender Gehwege (wenn man von löchrigen Zementplatten auf der oberirdischen Kanalisation absieht) und dem allgegenwärtigen Smog auch keine wirkliche Alternative. Da heißt es also: gutes Buch einpacken, ins Taxi steigen und sich auf dem Weg zum Abendessen 1,5 Stunden zurücklehnen. Immerhin kostet die Taxifahrt am Ende nur umgerechnet 3 Euro und Hunger hat man bei der Ankunft bestimmt :)
5-Star-Hotel Schweinfurth/Doré
Ach wie haben wir es uns gutgehen lassen in Jakarta: morgens ein Vitamfrühstück, danach ab in den Pool oder in Ruhe ein bisschen was arbeiten. Und abends dann mit netten Leuten grillen oder sich von Haushälterin Bumbi lecker bekochen lassen! Terima kasih banyak Arne und Marie :)